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Gerüche
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Bewertung der Raumluftqualität

Eine häufig wiederkehrende Situation ist, dass Raumnutzer von teils intensiven Gerüchen bis hin zur Gesundheitsbeeinträchtigung belastet werden. Dennoch können diese Gerüche nicht bestimmten Quellen zugeordnet werden. Wenn die Quelle bekannt ist, besteht wegen fehlender Nachweise zur Überschreitung von konkreten Richtwerten zur Raumluftkonzentration die Möglichkeit, den Verursacher zur Mängelbeseitigung zu verpflichten.

Zu den Einflussfaktoren auf die Luftqualität werden Gerüche in DIN 1946 Teil 2 Nr. 4.1 und 4.2 ausdrücklich aufgeführt. Durch den Geruchssinn werden auch andere Funktionskreise des Menschen beeinflusst. So gibt es durch die enge Bindung an das limbische System eine starke emotionale Komponente der Geruchswahrnehmung. Es können bei der Geruchswahrnehmung sehr schnell Lust- bzw. Unlustgefühle geweckt werden. Dies wird als die hedonische Wirkung des Geruchsempfindens beschrieben, d.h. ob ein Geruch als angenehm oder unangenehm empfunden wird. Die hedonische Wirkung eines Geruchsstoffes kann sich mit der Intensität auch umkehren. So werden z.B. Kaffeearomen bei niedrigen Konzentrationen als angenehm empfunden, bei hohen jedoch als unangenehm. Geruchsbelastungen können nicht nur das Wohlbefinden beeinträchtigen, sondern auch zu vegetativen Reaktionen führen.

Neben der Vermeidung von Befindlichkeitsstörungen in Gebäuden durch eine gut empfundene Luftqualität zeigen erste Studien auch eine positive Korrelation zwischen empfundener Luftqualität und der Produktivität. Starke Geruchsbelästigungen können dagegen das Wohlbefinden beeinträchtigen und sich auf die Arbeitseffektivität auswirken.

Die Geruchsschwelle ist bei einzelnen Personen die kleinste gerade noch wahrnehmbare Geruchsstoffkonzentration. Die niedrigste Geruchsschwelle wurde für Hexanol ermittelt, die mit 10-3 ppm weit unter dem Messbereich analytischer Verfahren liegt. Dies gilt - wenn auch in abgeschwächter Form - für viele andere Stoffe. Dies erklärt die bisweilen auftretenden Differenzen, welche zwischen der Auswertung von Raumluftmessungen und der Geruchswahrnehmung liegen können.

In der Regel ist die Dauer der Geruchswahrnehmung bei längerem Aufenthalt in derselben Umgebung begrenzt. Dies ist durch zelluläre Prozesse zwischen Duftstoffen, Rezeptoren, Botenstoffen, Proteinen und Ionen bedingt. In der Riechschleimhaut befindliche Kanäle binden Ionen bei dauerhafter Reizung und führen zur Blockade der Kanäle. Der Kanal schaltet sich ab und der Geruch wird nicht mehr wahrgenommen.

Gerüche können verschiedenen Substanzen direkt zugeordnet werden. Hierzu wurden folgende Duftklassen definiert, was die Bewertung der empfundenen Luftqualität erleichtert:

Duftklasse
Chemische Substanz
blumig Phenyl-ethyl-methyl-ethyl-carbinol
ätherisch Ethylen-dichlorid
moschusartig      ω-Hydroxypentadecansäurelacton
kampferartig Kampfer
schweißig Buttersäure
faulig Butylmercaptan
minzig Menthon


In der DIN 1946 Teil 2 "Gesundheitstechnische Anforderungen" Nrn. 4.1. und 4.2 werden Gerüche als Einflussfaktoren auf die Luftqualität ausdrücklich benannt. In der seit 01.05.2005 gültige DIN EN 13779, welche die DIN 1946-2 ablöst, werden weitere Qualitätskriterien für die Raumluft aufgeführt. In Anlehnung an die vorgenannten DIN-Normen ist eine Bewertung möglich, ob die Qualitätsanforderungen der Landesbauordnungen und der Arbeitsstättenverordnung an die Innenraumluft in den betreffenden Räumen eingehalten werden oder nicht. Die eher allgemein gehalten Qualitätsdefinitionen nach der BauO und der ArbStättV werden so konkret umgesetzt.

Zur Bewertung der Raumluft werden höchste Anforderungen an die technische Ausrüstung des beurteilenden Labors, an die hochbauseitige und fachtechnische Konstruktion des Laborgebäudes und an die Ausbildung des Personals gestellt. Die hohen Anforderungen erklären, warum eine Bewertung der Raumluftqualität nicht von privatwirtschaftlich arbeitenden Umweltlabors kaum angeboten werden kann und warum diese Bewertungen so selten durchgeführt werden. So müssen die Labors als absolut geruchsneutrale Reinlufträume ausgebildet werden. Als Oberflächen werden ausschließlich Edelstahl und Glas zugelassen. Dies gilt ebenso für die Fachtechnischen Installationen. Auf Dichtungsmaterialien wie Silikon, Gummi oder ähnliche Stoffe muss ganz verzichtet werden. An die Reinheit der zugeführten Außenluft werden umfassende Qualitätsmerkmale gestellt. Jeder Liter Luft muss über Aktivkohlefilter und durch hochwertige Partikelfilter geleitet werden. Klimatische Einflüsse der Umgebung, auch der Belichtung, sind ganz auszuschalten. Zur Bewertung der Raumluft müssen gesondert ausgebildete Probanden bereit stehen. Die zur Probenentnahme eingesetzten Geräte müssen ebenso ohne jedwede Verfälschung der Raumluft konstruiert sein. Im Zusammenhang mit Gebäudeuntersuchungen bieten wir diese Leistung in Kooperation mit Partnern von Universitätsinstituten an.

Die Bewertung der Raumluftqualität bietet einen Hebel gegen die häufig vorkommende und unbefriedigende Situation, dass Emissionen aus Bauelementen und Einrichtungsgegenständen trotz objektiver Belastung der Raumnutzer wegen fehlender Nachweise zu Grenz- oder Richtwertüberschreitungen nicht auf den Verursacher zurückgeführt werden können.

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